So gut ist Mac OS X „Lion“

Veröffentlicht auf von C.Pagel

Von Daniel Lüders

Mit der neuen Version seines Betriebssystems OS X „Lion" bringt Apple mehr iPad-Anmutung auf die Macs. BILD.de hat die neuen Funktionen angeschaut und erklärt, was Lion taugt.

Installation: „Lion“ ist ausschließlich im Mac App Store zum Herunterladen erhältlich (23,99 Euro). Zum Kauf sind ein Apple-Konto und eine Kreditkarte oder ein ausreichendes iTunes-Guthaben notwendig. Bevor man Lion installieren kann, muss man die riesige Datenmenge von 3,7 Gigabyte aus dem Internet laden. Wer keine schnelle DSL-Leitung besitzt, muss stundenlang warten oder zu Freunden gehen. Eine (teurere) Version auf USB soll es erst im August geben. 

Hat man die Datei erst heruntergeladen und ist das System auf dem aktuellen Stand, geht es recht flott weiter: Mit einem Klick startet man die Installation, die nur eine halbe Stunde dauert.

Trackpad-Unterstützung: Apple hat einige Finger-Gesten für Trackpad-Besitzer hinzugefügt. Wer die lernt, will sie danach nicht mehr missen. Beispiele: Mit einem Wisch wechselt man nun auch in der Vollbildansicht direkt von einem Programm zum nächsten (wie auf dem iPad) oder verschafft sich eine neu sortierte Übersicht über alle laufenden Anwendungen.

Launchpad: Beim Klick auf die Launchpad-Ansicht werden alle Programm-Symbole wie beim iPad und dem iPhone über den Bildschirm verteilt. So zeigt der Rechner mehr Programme auf einen Blick als beim bisherigen Dock. Die Symbole lassen sich beliebig anordnen und sogar in Ordnern zusammenfassen (wie im mobilen Betriebssystem iOS).

Fenster: Die Scrollrichtung hat Apple nach Touch-Manier umgekehrt: Fensterinhalte rollen nach unten, wenn man das Maus-Drehrad ebenfalls nach unten dreht. Wer ständig zwischen altem und neuem Mac OS wechselt, kommt schnell durcheinander. Aber Touchpad-Nutzer werden die neue Schieberichtung lieben.

Bei einigen Programmen kann man auf Vollbild-Ansicht schalten, um den ganzen Bildschirm auszunutzen. Besonders praktisch, wenn man sich z. B. im Safari-Browser übergroße Internetseiten anschauen möchte. iPhoto und die Kamera-Anwendung unterstützen bereits diese Funktion, weitere Programme werden folgen.

Mission Control: Die neue Exposé-Funktion zeigt nicht nur alle Fester auf einmal, sondern ordnet sie auch in Programm-Stapeln. Endlich ein wirksames Tool gegen das Fenster-Chaos! Mission Control wird über eine Taste oder eine Wischbewegung auf dem Trackpad aufgerufen.

Sicherheit: Über dieses Kontrollfeld kann man nicht nur seine Festplatte verschlüsseln, sondern schaltet auch die Ortsbestimmung an oder aus. So bleibt der eigene Standort auf Wunsch geheim.

E-Mail: Apple hat sein Mail-Programm gehörig aufgemotzt und um Gesprächsverläufe, bessere Suchfunktionen und leichtere Konto-Einrichtung erweitert. Erst jetzt mag man das bisher spartanische Apple-Mail-Programm gern benutzen.

Geschwindigkeit: Das neue Mac OS X braucht Rechenpower: Lion läuft zwar schon auf einem Mac mit Intel-Prozessor mit weniger als 2,5 Gigahertz und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, aber dann spürbar ruckelig. Besser arbeitet man auf einem Mac mit mindestens 2,8 GHz und 4 Gigabyte Speicher.

Fazit: Mac OS X 10.7 Lion bringt mehr Übersicht, einfachere Bedienung und schöneres Arbeiten auf den Schreibtisch – und das zum Schnäppchenpreis.

iPad-Nutzer fühlen sich auf Macs mit Lion fast schon zu Hause. Wer weiß: Vielleicht kommen ja die nächsten iMacs mit Touchscreen?

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