Bramsche: Siebenjähriger Nico tot in Kläranlage gefunden
Seit Mittwoch war der geistig behinderte Junge aus Bramsche vermisst worden. Offenbar kam er bei einem verhängnisvollen Unfall ums Leben.
Ein Ort steht unter Schock: Der siebenjährige Nico aus Bramsche, der am Mittwoch vermisst gemeldet worden war, ist tot. Suchtrupps fanden den Körper des Jungen leblos in einer Kleinkläranlage auf dem Gelände des Bauernhofs, auf dem Nico mit seinen Pflegeeltern wohnte. Alle Indizien lassen vermuten, dass der Junge bei einem tragischen Unfall zu Tode kam. Nico war entwicklungsverzögert und befand sich geistig auf dem Stand eines Dreijährigen. So wurde das Spielen auf dem Hofgelände für ihn offenbar zur tödlichen Gefahr.
Mit einer großangelegten Suchaktion hatten rund 200 Beamte seit gestern nach Nico gesucht. Auch Feuerwehr und Hilfsorganisationen hatten sich an der Suche beteiligt; neben Spürhunden waren auch Hubschrauber und Boote der Wasserschutzpolizei im Einsatz. Jeder Tümpel sei durchsucht worden. Am Donnerstag gegen 12 Uhr machten Helfer dann den grausigen Fund. Das Gelände wurde sofort abgesperrt, Beamte begannen unverzüglich mit der Spurensicherung. „Jeder Grashalm wird dokumentiert“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer.
Gegen 11:30 Uhr war Nico am Mittwoch seiner Pflegemutter beim Spielen auf dem Hof weggelaufen - nachdem eigene Suchversuche ohne Erfolg blieben, hatte die Frau dann die Polizei eingeschaltet. Nicos Pflegeeltern leben mit noch weiteren Kindern auf einem Hof nahe der Autobahn A1. Die Familie stehe unter Schock, so ein Polizeisprecher. Noch am Donnerstagabend solle die Leiche des Jungen obduziert werden, um zu klären, wie genau Nico ums Leben kam.
Viele Details wollten die Ermittler am Donnerstag noch nicht bekannt geben. Vieles sei auch noch nicht geklärt, hieß es. Die Bergung der Leiche und die Spurensicherung auf dem Gelände dauerte Stunden. Am Freitag soll es eine Pressekonferenz geben.